ASV Roboat

Das Roboat ist ein autonomes Segelboot, welches seit 2007 von INNOC entwickelt und verwendet wird. Grundlage ist ein Boot der Klasse Laerling, gezeichnet von Jan Herman Linge. Ursprünglich wurde das Boot als Schulsegelboot für Kinder auf der Ostsee entwickelt. Demnach wurde bei der Konstruktion besonderer Wert auf Sicherheit und Stabilität gelegt. Das Boot ist 3,75 m lang und hat einen 60 kg schweren Kiel, der das Boot auch aus größter Krängung wieder aufrichtet und ist damit praktisch unsinkbar.

 

Inklusive dem von INNOC entwickelten Steuer- und Energieversorgungssystem wiegt das Boot 300 kg. Eine zusätzliche Nutzlast von ca. 50 kg für wissenschaftliche Ausrüstung kann ohne merkliche Auswirkung auf das Segelverhalten des Roboat zugeladen werden. Die Segelfläche von Vorsegel und Großsegel zusammen beträgt 4,5 m2. Solarpanele an Deck des Schiffes liefern eine Spitzenleistung von 285 W. Als Backup- Energieversorgung dient eine Direktmethanol-Brennstoffzelle mit einer Leistung von 65 W.

 

Ein dreistufiges Kommunikationssystem kombiniert WLAN, UMTS/GPRS und IRIDIUM Satellitenkommunikation, sodass eine permanente Kommunikation zwischen Boot und Crew an Land gewährleistet ist. Diese Datenverbindung dient zum Beispiel zur Verfolgung der Schiffsroute von Land aus, zur Übermittlung neuer Wegpunkte zum Schiff, oder um Messdaten in Echtzeit zum Land oder einem bemannten Begleitschiff zu übertragen.

 

Ruderanlage und Segel des Schiffs werden, auch während der Manöver Wende und Halse, immer vollautonom vom Roboat selbst kontrolliert. Dies geschieht auf Basis von Messwerten von am Boot angebrachten Sensoren (GPS, Kompass, Windsensor, Lagesensor, Beschleunigungssensoren, ...). Die Sensoren sind an einen NMEA2000-Bus angeschlossen, dessen Daten an einem Linux-PC an Bord analysiert werden.

 

Da das Boot mit Auftriebskörpern versehen praktisch unsinkbar ist, ist die Gefahr das Boot gänzlich zu verlieren gering. Funktionsstörungen können darüber hinaus sofort zur Kommandozentrale an Land übermittelt werden.